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Georg Müller

Dieses Erlebnis mit Gott ist so ermutigend!

Abigail Townsend war keine Waise, aber als ihre Familie nach Bristol in England umzog, entwickelte sich zwischen ihrem Vater und Georg Müller eine enge Freundschaft. Abbie war oft mit ihrem Vater draußen in Ashley Downs, um das Waisenhaus zu besuchen. Den warmherzigen Gentleman, der das Waisenhaus leitete, gewann sie sehr lieb.


Eines Morgens nahm Georg Müller Abbie an der Hand und sagte: »Komm und schau, was unser Vater im Himmel heute fir uns tun wird.« Er führte sie in einen langen Speisesaal. Dort gab es gedeckte Tische, aber es gab kein Essen. Auch in der Küche gab es kein Essen und es gab auch kein Geld, um Lebensmittel zu kaufen. Aber die Waisenkinder standen hinter ihren Stühlen und warteten geduldig auf den Beginn des Frühstücks. »Kinder«, sagte Müller, »es ist bald Zeit für die Schule, also lasst uns beten. Lieber Vater, wir danken dir für das, was du uns heute zu essen geben wirst.«


In diesem Moment klopfte es an der Tür und dort stand der Bäcker des Ortes. »Mr. Müller«, begann er, »ich konnte letzte Nacht nicht schlafen. Irgendwie fühlte ich, dass Sie hier kein Brot zum Frühstück haben und der Herr wollte, dass ich Ihnen welches schicke. Also stand ich um zwei Uhr auf und backte einige frische Brote für Sie.«

Georg Müller dankte dem Bäcker und pries Gott für seine Fürsorge. »Kinder«, sagte er, »wir haben nicht nur Brot, sondern Gott schenkt uns den seltenen Genuss von frischem Brot.« 


Kurz danach klopfte es erneut an der Tür. Diesmal war es der Milchmann, dessen Kutsche genau vor dem Waisenhaus steckengeblieben war. »Ich muss den Wagen leeren, ehe ich ihn reparieren kann. Könnten die Kinder ein paar Kannen frische Milch gebrauchen?«

 

Dort konnte die kleine Abbie mit eigenen Augen sehen, wie Gott die Kinder mit frischer Milch und Brot versorgte. »Ich wünschte, Gott würde meine Gebete so erhören wie Ihre, Mr. Müller«, sagte sie. »Oh, das wird Er tun«, antwortete Georg Müller. »Du musst Ihn nur bitten. Nun, was möchtest du denn?« »Ein bisschen Wolle«, sagte Abbie lächelnd. »Gut, dann wollen wir beten.« Und Müller half ihr, ein kurzes Gebet zu sprechen.

 

Nach einer Weile kam Abbie zurückgerannt. »Ich möchte nochmal beten«, sagte sie. »Gott hat dich beim ersten Mal schon gehört, Kind. Du musst Ihn nicht belästigen.« »Aber ich habe vergessen, Ihm zu sagen, welche Farbe ich möchte«, wandte sie ein. Er setzte sie auf seine Knie und antwortete: »Du hast recht. Du solltest Gott ganz genau sagen, was du möchtest.« »Bitte Gott«, betete Abbie, »schick gemischte Farben.« Dann sprang sie herunter und rannte davon zum Spielen. 

 

Am nächsten Morgen kam ein Päckchen für Abigail. Ihre Sonntagsschullehrerin hatte Abbies Geburtstag vergessen und schickte nun ein verspätetes Geschenk - das aus gemischt farbigem Wollgarn bestand.