· 

So ein Müll!

Deutschland gehört zu den wenigen Ländern, die Vorreiter in vielen Lebensbereichen sind. Vorne dran: Alles um das Thema Umweltschutz. Sobald man als Deutscher ein asiatisches Land betritt, wird man meist auch mit deren sehr befremdlichen Müll-Philosophie konfrontiert. Wir zucken jedesmal innerlich zusammen, wenn auf dem Weg zur Schule oder nach Hause jemand vor uns läuft und mit einer unfassbaren Selbstverständlichkeit einfach seine Plastikflasche oder anderen Müll fallen lässt. Auch fragte ich mich bis vor wenigen Jahren immer, wie es überhaupt möglich ist, dass Tonnen an Müll im Ozean landen - jetzt wundert mich da gar nichts mehr.

Wie ist das möglich?

  1. In erster Linie ist es die fehlende Bildung. Es fehlt schlichtweg das Wissen darüber, dass Plastik nicht wie früher das Bananenblatt einfach verrottet. Auch ist man von Tonnen an Müll im Ozean ja nicht direkt betroffen und versteht nicht, dass dies letztlich wieder Auswirkungen auf uns als Menschen haben kann.
  2. Kurzsichtigkeit: Wir kommen aus einer Kultur, in der man vorausschauend plant, den Wert darin erkannt hat und auch für nachfolgende Generationen ein angenehmes Leben ermöglichen möchte. Diese Sichtweisen ist hier selten anzutreffen. Sobald man am Monatsende Geld bekommt, wird es ausgegeben. Auch wenn innerhalb weniger Tage alles weg ist und damit nichts mehr für Nahrungsmittel oder ähnliches für die Familie übrig bleibt.
  3. Fehlende Nächstenliebe und Rücksichtnahme: Die Menschen schmeißen hier besonders gerne den Müll in den Fluss, weil er dann ja fortschwimmt. Das der Fluss irgendwann ein Ende hat und dort Menschen wohnen, wissen die Leute schon, aber es kümmert sie nicht. Was gehen sie schon die Leute dort an. Ist halt deren Problem.

Auswirkungen bei uns in Bandung

Heute Morgen erfuhren wir von unserem Lehrer, dass es für ihn gerade schwierig ist auf die Arbeit zu kommen. Im Süden der Stadt ist alles überflutet. "Warum?" fragten wir ihn. Der viele Müll der Stadt verstopfe die Kanalisation. Er zeigte uns Bilder auf seinem Handy und wir konnte es fast nicht glauben, aber seht selbst:

Hier findet ihr einen kurzen Nachrichten-Clip über die derzeitige Situation.

Was kann menschen verändern?

Ja, das überfüllte Java hält uns immer wieder einen Spiegel vor Augen. So wie die Menschen hier, sind wir alle von Natur aus. Oft kurzsichtig und wenig einsichtig, dafür aber stolz und noch dazu egoistisch und korrupt. „Wir stolzen Menschenkinder, sind alle arme Sünder und wissen gar nicht viel“ hat Matthias Claudius einmal gedichtet. Wie recht er doch hat! Was wir darum brauchen ist eine Begegnung mit unserem Schöpfer, damit wir aussteigen können aus dem System, dass alle hier fahren und sich damit immer mehr zu Grunde richten. Wir brauchen Rettung und einen Retter, der uns zeigt, wie Leben wirklich geht und uns zur Seite steht, wenn es dran ist gegen den Strom zu schwimmen. Der Retter ist schon da - nur ein Gebet weit entfernt. Alles, was wir ihm zu geben haben, ist unser Leben. Unser kleines, mickriges Leben - mit all seinen Fehlern. Er wird dann Herr sein in unserem Leben und wir dürfen merken, dass das mehr Freiheit bedeutet, als wenn wir unter unserer eigenen Herrschaft stehen und uns dabei noch vorgaukeln, frei zu sein.