Die grausame Schlacht auf Peleliu

Heute ging es auf eine Geschichtsexkursion über den 2. Weltkrieg. Genauer gesagt: Dem in Deutschland eher unbekannten Pazifik-Krieg und der grausamen Schlacht auf Peleliu.

 

Auf Peleliu angekommen wurden wir von Des abgeholt, der uns die Insel zeigen wollte und gleich eine kurze Zusammenfassung der Geschehnisse gab:


Was war?

Nach dem 1. Weltkrieg wurden Japan Teile des Pazifik und damit auch Palau als Völkerbundsmandat zur Verwaltung unterstellt. Was niemand ahnte war, dass Japan ziemlich unmittelbar danach began, die Verwaltungszone entgegen der Auflagen für einen Krieg zuzurüsten, Verteidigungsstellungen installierte, und Einheimische militärisch schulte.

Die flache Inseloberfläche auf Peleliu lud dazu ein, einen Flugstreifen zu errichten und die Anhöhe, die später unter dem Namen „Bloody Nose Ridge“ traurige Berühmtheit erlangen sollte, war dank der vielen Höhlen ideal für Geschützstellungen, um den Flugstreifen zu verteidigen. Zu deutschen Kolonialzeiten wurde auf Peleliu Phosphat abgebaut, was ein Tunnelsystem hinterließ, welches von den Japaner lediglich ausgebaut werden musste. Dort hatten mehrere tausend Mann und auch ausreichend Proviant und Munition Platz.

Schwer vorstellbar, dass an diesem Strand diese schreckliche Schlacht stattgefunden hat.
Orange Beach - Schwer vorstellbar, dass an diesem Strand diese schreckliche Schlacht stattgefunden hat.

Warum dieser Krieg?

Nach dem Angriff Japans auf Pearl Habor in Hawaii eroberten sich die Amerikaner Insel für Insel den Pazifik zurück, um sich schließlich nach Japan vorzuarbeiten und sich zu rächen. Man ging zunächst davon aus, dass Palau und der Flugstreifen auf Peleliu strategisch sehr wichtig wären, um von dort die Philippinen einzunehmen und damit Japan besser erreichen zu können.

Was Geschah?

Nachdem Amerika durch einige Luftangriffen etliche Ziele an der Oberfläche von Peleliu zerstört hatte, machte sich am Morgen des 15. September 1944 die 1.Marine Division ziemlich siegessicher mit Amtracs auf den Weg zum Strand von Peleliu. Das Korallenriff, die starke Strömung und die im Riff versteckten Sprengsätze waren allerdings ein unerwartetes Hindernis, sodass viele Soldaten ins Kreuzfeuer der gut positionierten Japaner kamen. Letztendlich schaffte es kaum eines Amtracs heile bis an den Strand. Nach drei Tagen waren bereits 50 % der amerikanischen Soldaten ums Leben gekommen.

 

Als nach Wochen endlich der Flugstreifen eingenommen war, stellte man fest, dass keine Flugzeuge starten konnten, da diese durch die Schießscharten auf der Anhöhe „Bloody Nose Ridge“ in Schach gehalten wurden. Die Luftangriffe der Amerikaner hatten die unterirdischen Verteidigungsanlagen fast unversehrt gelassen.

 

Die Schlacht um Bloody Nose Ridge, gegen die Japaner in ihren Höhlensystemen und ihren Scharfschützen, dauerte insgesamt fast drei Monate und kostete im Endeffekt über 11000 Soldaten das Leben - die meisten von ihnen zwischen 17 und 20 Jahren alt.

 

Japanisches Flugzeug
Japanisches Flugzeug
Amtrac
Amtrac
Schießscharte auf der Anhöhe
Schießscharte auf der Anhöhe

Es war ehrlich gesagt eine echte Herausforderung, sich auf dieser grünen, unfassbar ruhigen Insel ein solches Kriegsgeschehen vorzustellen. 

 

Fast alle Bäume abgebrannt. Der Lärm der Waffen, das Geschrei der Verletzten und der Gestank erst! Augenzeugen nach die größte Tortur der Schlacht: Durch das ständige Kreuzfeuer und den harten Korallenboden konnten Tote nur selten begraben werden und die Notdurft mussten die Soldaten meistens in den eigenen kleinen Schützengräben verrichten. Der Geruch von Verwesung, Schießpulver, Diesel und Exkrementen, dazu die Hitze, der Schlafmangel, die vielen Toten und Verletzten haben der Schlacht um Peleliu den Ruf der härtesten Schlacht des 2. Weltkriegs eingebracht. Man kann sich das Gefühl derer, die diese Hölle auf Erden überlebt haben, nur schwer vorstellen - vor allen Dingen dann, als sie erfuhren, dass die Einnahme von Peleliu entgegen der ursprünglichen Informationen völlig irrelevant für die Eroberung der Philippinen gewesen ist: Noch während die Soldaten am Bloody Nose Ridge um ihr Leben kämpften, nahmen andere Divisionen des US Militärs die Philippinen ein, ohne den Flugstreifen in Peleliu je gebraucht zu haben.

Wer mehr über den Pazifikkrieg erfahren möchte, dem empfehlen wir die dokumentarische Mini-Serie „The Pacific“ von Steven Spielberg und das Buch von Eugene Sledge „With the old Breed“.


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