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Notlandung, Typhoon und Weiteres...

In Amerika angekommen verbrachten wir einige Tage in Schooley's Mountain dem amerikanischen Zweig der Liebenzeller Mission, um mit unserem Leiter eine Jahresplanung vorzunehmen.

Alte und neue Bekannte: Impact-Team aus Deutschland und Familie Mattmüller aus Toronto
Alte und neue Bekannte: Impact-Team aus Deutschland und Familie Mattmüller aus Toronto

Von dort aus ging es mit einem kurzen Zwischenstopp in LA weiter nach Guam.

Chaos Flughafen: Manila

Abflug von Manila
Abflug von Manila

Die ersten 14 Stunden Flug von LA nach Manila verschliefen wir fast vollständig (ich ca. 6 Std. und Johanna ca. 8 Std) - ein echtes Geschenk. Angekommen in Manila machte der Katastrophen-Airport seinem Ruf wieder alle Ehre: Auf Grund des Airlinewechsels mussten wir das Gepäck wieder neu einchecken und damit ins Land einreisen. Nachdem wir das Gepäck hatten hieß es eine Std auf den Shuttlebus zum Terminal 1 warten und dort noch einmal ca. 30-45 min bis der Schalter von United Airlines aufmachte. Beim Einchecken machten die erst einmal Probleme, weil wir nach der Route Guam - Chuuk - Guam - Palau noch kein Flugticket aus Palau (!) hatten.... Was interessiert sie das auf einem Flug nach Guam?! Naja... wir haben sie beschwichtigen können und dann ging es durch x Sicherheitschecks, deren System uns bis jetzt Schleierhaft geblieben ist. Christians Flip-Flops scheinen beispielsweise sehr verdächtig und Johanna wurde das gute Duck-Tape abgenommen, weil sie damit jemanden fesseln könnte, während das doppelseitige Klebeband sowie ihre 0,5 Liter Wasserflasche komischerweise kein Problem darstellten. Andere Länder, andere Sitten... 

Notlandung

Für mehr Infos: Bild anklicken
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Die Krönung unserer Abenteuerreise war allerdings der Flug nach Guam:  Schon gleich zu Beginn hieß es, wir müssten uns auf Turbulenzen einstellen, was mich (Christian) sehr freute, weil ich schon immer mal so richtige Turbulenzen miterleben wollte. Stark waren sie im Endeffekt nicht, aber man ließ uns auf Grund der Wetterlage nicht auf Guam landen und nach 15 min ziemlich rütteliegen Kreisens (Johanna hätte es fast zum Kotzen gefunden :)) kam die Durchsage, dass wir zunächst einmal nach Saipan fliegen würden, um aufzutanken und zu warten, bis sich der Regen auf Guam gelegt hat. "Juchhuh!" - dachten wir beide und malten uns schon aus, wie wir eine Nacht in einem schönen Hotel in Saipan verbringen würden (Stürme können hier wieder Erwartens für ein paar Tage anhalten, wie ich meiner Fluglektüre "Licht in der Südsee", entnehmen konnte). Was wir noch nicht wussten: Die eben beschriebene Schwierigkeit der Wettervoraussage sollte uns in eine Bedrängnis bringen, die wir eigentlich erst jetzt wirklich realisieren. 1,5 Wochen zuvor hatte es einen Taifun gegeben, der eigentlich hätte Guam treffen sollen, aber nach Norden abzog und Saipan erwischt hatte. Die Insel ist seitdem ohne Strom und fließend Wasser - und damit auch ohne Hotels. Unsere Landung auf Saipan war für Saipan darum eine völlige Überraschung - ebenso wie die anderen vier Maschinen, die ebenfalls „gestrandet“ waren. Personal und Sprit zu bekommen war ein echtes Problem. 

Typhoon-Erlebnis

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Der Regen in Guam entwickelte sich währenddessen entgegen der Prognose zu einem echten Sturm, sodass Guam auf weiteres geschlossen bleiben sollte und weitere Maschinen auf Yap umgeleitet wurden. Nach ca. 3 Std. des Wartens, in denen wir nicht das Flugzeug verlassen durften (!), kam dann die Durchsage, dass die Piloten nicht mehr fliegen und das Personal in Guam nach gesetzlichen Vorgaben nicht mehr arbeiten dürften, weshalb Guam und Saipan gerade nach Lösungen suchten - der Sprit war immer noch nicht da. Die Menschen im Flugzeug nahmen es übrigens gelassen - und wir auch, da wir einige der Fakten noch gar nicht hatten und das Ausmaß unserer Situation noch nicht begriffen. Was wir allerdings merkten war unsere Müdigkeit und die Tatsache, nicht mehr sitzen zu können: 30 Std. hatten wir jetzt seit LA im Flieger verbracht und seit 44 Std. kein Bett mehr gesehen... Doch dann kam die Rettung: Sprit wäre jetzt da, der Sturm ein wenig milder geworden und auf Grund der prekären Lage würde Guam ein wenig länger geöffnet sein - wir hätten ein ganz kurzes Zeitfenster um noch vor totaler Dunkelheit die Insel zu verlassen. Ausläufer des Sturmes waren zu dem Zeitpunkt schon auf Saipan angekommen und wankten das Flugzeug hin- und her. 30 min später waren wir in der Luft und weitere 25 min. darauf im Landeanflug auf Guam. Gott schenkte eine Regenpause zur Landung und dann waren wir endlich da - aber noch nicht am Ziel. Ca. 2 Std. mussten wir bei der Immigration anstehen, weil so viele Maschinen auf einmal gekommen waren und die Schalter nur noch notdürftig besetzt waren. „Hoffentlich holt uns nach diesen 8 Std. Verspätung noch jemand ab“, dachten wir nur. Und ja: Als wir durch die Schiebetür traten lachten uns Hartmut Scherer und Ehepaar Owen an. Sie hatten mit ein wenig Unterbrechung treu am Flughafen ausgeharrt. Der Studentenchor sei aber schon nach Hause gefahren, so Owen. Als wir aus dem Flughafen traten schüttete es. Das Wasser stand schon Handbreit auf der Straße und es war kein Ende in Sicht. 

Überschwemmte Universität

Die Fahrt zum PIU (Pacific Island University) war eine Mischung aus Auto-und Bootsfahrt. An einer Stelle fuhren wir ca. 100 Meter durch ein Wasserloch, dass so tief war, dass das Wasser bis an die Schweinwerfer ging und wir nicht wussten, ob wir stecken bleiben würden. Überhaupt war es ein Segen, dass Dave die Strecke kannte - man konnte die meiste Zeit absolut nichts sehen, weil die Scheinwerfer dem Regen nicht nachkamen. An unserem Haus angekommen ging es dann durch knöcheltiefes Wasser in absolutem Monsunregen in unsere Haus, wo wir genüsslich die Burger verschlangen, die wir im Drive-in unterwegs gekauft hatten. Und dann - endlich - ging es ins Bett. Der Wetterlage wegen wurden alle Gottesdienste abgesagt und so konnten wir ausschlafen. Jetzt ist es 12 Uhr, das Wetter hat sich einigermaßen beruhigt und der Sturm ist abgezogen. Die Taifunwarnung gilt aber immer noch und die Menschen sollen in ihren Häusern bleiben. Wir sitzen jetzt hier am Fenster, haben Internet vom Gebäude gegenüber und sind gespannt, was der Tag noch bringt. Wenn das mal kein guter Start ins Missionarsleben war!

Der Blick heute Morgen aus unserem Fenster sah schon gleich ganz anders aus :)
Der Blick heute Morgen aus unserem Fenster sah schon gleich ganz anders aus :)

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